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Reisen im Rollstuhl

 05.02.2012 19:30  
Hotels mit behindertenfreundlichen Zimmern Alle Reise Infos A - Z Drucken
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ITB 2012
ITB - Messedamm 22 - 14055 Berlin
Fachbesucher: 07.03.-11.03.2012
Privatbesucher: 10.03.-11.03.2012
Jeweils 10:00 - 18:00 Uhr
 
19. Internationales Aspendos Opern- und Ballett Festival
Vom 14. Juni bis 15. September 2012
... bitte hier weiterlesen

Reisen im Rollstuhl
Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, muss nicht zwangsläufig auf seinen Urlaub verzichten.

Bitte beachten Sie, dass behindertenfreundlich nicht behindertengerecht bedeutet!

Ein paar Dinge müssen berücksichtigt werden.

Den richtigen Urlaubsort und das richtige Hotel finden, Behinderten-Service anmelden, die Kürzel usw.

 Lesen Sie bitte hier weiter

 

Vorbereitungen - Den richtigen Ferienort und das richtige Hotel finden

Ferienort

Zunächst gilt es, den passenden Ferienort zu finden, damit Sie die Hotelanlage bequem verlassen und wieder aufsuchen können und wo sie gefahrlos den Ort erreichen können. Erkundigen Sie sich daher über die geographischen Eigenschaften dieses Feriengebietes.
Erfahrungsgemäß sind Sie in der Region Side und Antalya-Lara gut aufgehoben.
Sie werden immer wieder an Barrieren stoßen, aber Sie werden schnell bemerken, dass man Ihnen als in der Mobilität eingeschränkten Gast schnell behilflich sein wird.

Hotels

Viele Hotels in der Türkei bieten inzwischen behindertenfreundliche Zimmer. Bitte beachten Sie, dass behindertenfreundlich nicht behindertengeracht bedeutet!
Allgemein sind sie mit 80cm breiten Türen, einer befahrbaren Dusche mit Klappsitz, unterfahrbarem Waschbecken, einem klappbaren Stützgriff an der Toilette und stufenlosem Zugang zum Balkon (falls vorhanden) ausgestattet. Einige Hotels bieten noch einen schwenkbaren Spiegel und Kleiderschränke mit Schiebetüren und niedriger Kleiderstange.
Vorher sollten Sie daher im Hotel (je nach Ihren Bedürfnissen) erfragen:

  • Gibt es in diesem Hotel behindertenfreundliche oder behindertengerechte Zimmer?
  • Lage-Meerblick, Landseite
  • Wie ist die Beschaffenheit und Ausstattung im Zimmer und Bad?
  • Wie groß ist die Bewegungsfläche im Zimmer, neben dem Bett und im Bad?
  • Wie groß ist die Umsetzfläche neben dem WC?
  • Gibt es einen oder zwei klappbare Stützgriffe am WC?
  • Wie groß ist der Bewegungsraum in der Dusche?
  • Gibt es einen Duschhocker oder Duschsitz und Haltegriffe in der Dusche?
  • Wie breit sind die Türen?
  • Wie hoch sind die Betten?
  • Ist der Hoteleingang stufenfrei bzw. gibt es eine Rampe? (Rampengefälle)
  • Wie breit ist die Tür am Aufzug?
  • Müssen große Umwege in Kauf genommen werden?
  • Kommt man mit dem Rollstuhl bis zum Strand?
  • Ist die Hotel-Anlage barrirefrei (nicht nur das Hotelgebäude)?

Telefonnummern und E-Mailadressen finden Sie in unserem Hotelverzeichnis.
Wenn Sie im oberen Bereich auf das Symbol klicken, erreichen Sie eine Liste mit allen in unserem Verzeichnis aufgeführten Hotels, die behindertenfreundliche Zimmer anbieten. Entscheiden Sie selbst, wo Sie am bequemsten stöbern möchten.

Das Rampengefälle in den Hotels und Einkaufszentren ist leider oft über 6%.
Auch sollte man nicht außer Acht lassen, ob sich das Hotel in einem Ort befindet, oder abseits gelegen ist. So sind auch Shoppingtouren möglich.
Organisieren Sie Ihren Sonder-Transfer vom Flughafen zum Hotel und zurück.
Legen Sie sich eine Mappe mit allen wichtigen Unterlagen wie Ansprechpartner und Telefonnummern an und führen diese im Handgepäck mit.
Wir empfehlen Ihnen sehr, das Thema "Medikamente" zu lesen


Vorher Behindertenservice anmelden

Bei der Buchung müssen sie unbedingt angeben, dass sie RollstuhlfahrerIn sind und dass Sie Hilfestellung beim Ein- und Aussteigen benötigen.
Angaben zu Gewicht Ihres Rollstuhls und Maße wie Höhe x Breite x Tiefe, zusammengeklappt wenn möglich, handbetriebener Rolstuhl, batteriebetriebener Rollstuhl mit auslaufsicherer Trockenbatterie müssen gemacht werden.
Siehe unter "Kürzel für den Behindertenservice " und "Kürzel für den Rollstuhl des Fluggastes" weiter unten.

Ihr Reisebüro, oder sie selbst müssen dies bei der Fluggesellschaft angeben. Lassen Sie sich das bestätigen, denn das ist Bestandteil der Buchung.

Bei der Mitnahme von Falt-Rollstühlen oder Elektro-Rollstühlen lesen Sie die Mitnahmebedingungen (Gepäckbestimmungen) der Fluggesellschaft. Dort finden Sie u.a. Angaben zu Frei- und Sondergepäck und Medizinische Hilfsmittel.

Die Haftung für aufgegebenes Gepäck (hierzu zählt auch der Rollstuhl) ist begrenzt. Es empfiehlt sich der Abschluss einer zusätzlichen Reisegepäckversicherung.
In den Flugzeugen sind in der Regel bestimmte Sitzplätze für Behinderte Reisende vorgesehen. Kosten für die Sitzplatzreservierung fallen nicht an.
Lassen Sie sich durch den Veranstalter bestätigen, dass für den Transfer Flughafen - Hotel - Flughafen gesorgt ist.

Kürzel für den Behindertenservice

WCHR
Wheelchair for ramp

    Der Fluggast ist gehbehindert und
  • benötigt keinen Rollstuhl (nur für längere Strecken)
  • benötigt im Flughafengebäude zum und vom Flugzeug Hilfe
  • kann einen Bus benutzen
  • kann Treppen selbst überwinden
  • benötigt in der Fluggastkabine keine Hilfe
WCHS
Wheelchair for steps
    Der Fluggast ist stark gehbehindert und
  • kann kurze Strecken zu Fuß zurücklegen
  • benötigt im Flughafengebäude zum und vom Flugzeug Hilfe
  • kann einen Bus nicht benutzen
  • kann Treppen nicht überwinden
  • benötigt in der Fluggastkabine keine Hilfe
WCHC
Wheelchair for cabin seat
    Der Fluggast ist gehunfähig
  • benötigt immer einen Rollstuhl
  • ist unfähig Distanzen allein zu überwinden
    ( Querschnitts-/Halbseitenlähmung, Multiple Sklerose etc.)
  • muss bis zum Sitz gebracht werden
  • benötigt in der Fluggastkabine Hilfe (vom Sitz zur Toilette)

Kürzel für den Rollstuhl des Fluggastes

WCMP
Wheelchair manual power
  • der Fluggast führt einen manuellen (handbetriebenen) Rollstuhl ohne Batterie mit
WCBD
Wheelchair dry cell battery
  • der Fluggast führt einen Elektro-Rollstuhl mit Trockenbatterie mit


Am Flughafen

Am Check-In wechseln Sie in einen Leihrollstuhl, den Ihnen der Mitarbeiter des Hilfsdienstes bringt. Sie passieren mit ihm die Pass- und Sicherheitskontrolle. Rollstuhlfahrer werden mit einer Handsonde und durch Abtasten kontrolliert.
An einigen Flughäfen ist es möglich mit dem eigenen Rollstuhl die Sicherheitskontrolle zu passieren und bis zum Flugzeugeingang heranzufahren (wenn am Finger). Das wird an den Flughäfen unterschiedlich gehandhabt und kann sich ändern.
Ein Mitarbeiter der Handlingsgesellschaft bringt Sie zu Ihrem Sitzplatz. Im Normalfall werden Rollstuhlfahrer zuerst an Bord gebracht. Es kommt aber trotzdem vor, dass das aufgrund von Verspätungen nicht klappt, oder der Hilfsdienst überlastet ist. Dann kommen Sie zuletzt an Bord.

Finger oder Rollfeld?


Parkt das Flugzeug am Finger, ist das einfach. Sie werden bis zum Flugzeugeingang gebracht, setzen sich auf ein "Flugzeugtransporttragestuhl" um und werden bis zum Sitzplatz gebracht, oder sie schaffen die letzten Schritte im Flugzeug allein. Parkt das Flugzeug auf dem Rollfeld, ist das komplizierter. Sie werden zu einem Terminal gebracht und mit einem Bus zum Flugzeug gefahren. Mit dem "Flugzeugtransporttragestuhl" wird man Sie die Treppen hochtragen oder mit einer Rampe hochfahren und an Ihren Sitzplatz bringen. Der Bus fährt unter Umständen mehrere Flugzeuge an.


Im Flugzeug

Im Flugzeug gibt es keinen Flugzeugtransporttragestuhl, weil "Deutschland <=> Türkei" eine Kurzstrecke ist.
Sollten Sie den Weg bis zur Toilette nicht allein oder mit Hilfe Ihrer Begleitperson schaffen, treffen Sie entsprechende Vorkehrungen (Hilfsmittel).
Das Flugpersonal ist nicht zur Hilfe verpflichtet.
Vor der Landung erinnern Sie das Flugpersonal rechtzeitig höflich an die benötigte Hilfstellung, da sich der Pilot mit dem Flughafen in Verbindung setzt. Erst wenn alle Passagiere das Flugzeug verlassen haben, sind Sie an der Reihe. Sie werden vom Hilfspersonal im Flugzeug abgholt.


Nach der Landung

Das Hilfspersonal wird Sie zur Passkontrolle und bis zum Kofferband bringen. Überprüfen Sie sofort, ob Ihr Rollstuhl den Transport unbeschadet überstanden hat.

Wenn Sie Beschädigungen feststellen, melden Sie dies bitte sofort am Flughafen beim Abfertigungspersonal.


Sonstiges

Die Mitnahme eines kleines Reparatur-Set`s, ein Steckschlüssel, evtl. Reifenflickset für den Rollstuhl kann nützlich sein.

Nehmen Sie Ihren blauen Europa-Parkausweis mit. Sie können damit in der Türkei auch auf den Behindertenparkplätzen parken. Sie sind meist mit einer Kette oder einem Hütchen abgesperrt, um unberechtigtes Parken zu verhindern.
In Manvgat gibt es seit 2010 Parkraumbewirtschaftung.
Mit dem blauen Europa-Ausweis brauchen Sie keine Gebühr bezahlen.


 

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